Kopack beherrscht die Kunst der perfekten Verpackung

von Jörg Steinbach

Die 1965 gegründete Firma Kopack, die 1985 vom heutigen Seniorchef Johannes Kowal übernommen und eigenständig wurde, lagert Waren und verschickt als Logistik-Dienstleister Industriegüter in alle Welt. Das seit 1994 an der Lise-Meitner-Straße 21 im Industriepark Waldau beheimatete Unternehmen entwickelt dafür maßgeschneiderte Verpackungskonzepte. Perfekt verpackt wird alles vom Mikroprozessor bis zur Industrieanlage. Das Familienunternehmen, das heute von Johannes Kowal und seinen Kindern Marcus und Angela geleitet wird, verfügt über insgesamt 22 000 Quadratmeter Hallenfläche und kann dort mit Stückgewichten bis zu 50 Tonnen umgehen. Die perfekte, maßgeschneiderte Holzkiste ist übrigens nur der letzte Schritt der Industrieverpackung. Zuvor werden die Güter gegen Beschädigungen gepolstert und in Spezialfolien eingeschweißt, um sie vor Luft, Licht, Staub, Feuchtigkeit und Wasserdampf zu schützen.
So konserviert, überdauern zum Beispiel auch empfindliche Ersatzteile garantiert bis zu fünf Jahre in ihren Spezialverpackungen. Das Unternehmen packt auch für die Bundeswehr und Nato-Partner und verschickt Nachschub und Ersatzteile in Einsatzregionen wie zum Beispiel Afghanistan. Kopack beschäftigt rund 60 Mitarbeiter und will in Sachen Luftfracht künftig mit dem neuen Flughafen Kassel in Calden zusammenarbeiten.

Röntgen für sichere Fracht

kopackMit einem riesigen Röntgengerät sorgt das Kasseler Unternehmen Kopack Industrieverpackungen jetzt für sichere Luftfracht. Eine Investition von rund 500 000 Euro macht die Firma im Industriepark Waldau zum einzigen zertifizierten Dienstleister in Nordhessen und Südniedersachsen.
Der Familienbetrieb wurde vom Luftfahrtbundesamt als Luftfracht-Spezialist zugelassen. Damit dürfen die Verpackungsexperten mit sicherer Luftfracht umgehen und unsichere Packstücke sicher machen für den Transport in Flugzeugen. „Es geht nichts mehr raus, was nicht sicher ist“, sagt Johannes Kowal.

Der Seniorchef ist überzeugt, dass sich Kopack ein solides neues Geschäftsfeld und weiteres wirtschaftliches Standbein erschlossen hat. Es gibt erst wenige Firmen bundesweit, die auf die verschärften Sicherheitsbedingungen eingerichtet sind, die ab dem 26. März 2013 verbindlich werden und den Luftverkehr besser vor terroristischen Angriffen schützen sollen.
Dazu muss man wissen, dass etwa zwei Drittel der Luftfracht gar nicht in Frachtmaschinen transportiert werden. Die Packstücke fliegen in Passagiermaschinen mit, und deshalb ist Sicherheit oberstes Gebot. Bisher gab es in Deutschland rund 60 000 Firmen, die ihre Luftfracht-Pakete als bekannte Versender selbst sichern und auf die Reise schicken durften. Das war auch in einer langen Übergangsfrist seit 2008 noch möglich. Im kommenden März ist damit Schluss. Bisher gibt es bundesweit erst 100 Unternehmen, die vom Luftfahrtbundesamt als Luftfracht-Beauftragte zugelassen sind, sagt Peter Schucht, der das neue Geschäftsfeld in acht Monaten aufgebaut hat.

Eine Halle ist jetzt zum besonders geschützten Luftfracht-Sicherheitsbereich umgerüstet, zu dem nur besonders geschulte Mitarbeiter Zutritt haben. Dort können im neuen Röntgengerät Kisten in der Größe bis zu 1,80 mal 1,80 Meter auf Bomben und gefährliche Gegenstände durchleuchtet werden. Ist etwas Verdächtiges in einer Kiste, setzt Schucht einen Sprengstoffdetektor ein. „Was hier bei uns rausgeht, ist sauber“, sagt Schucht. Und kann direkt in Flugzeuge geladen werden.
Kommt am Flughafen nicht sichere Fracht an, wird erst dort kontrolliert.
Weil dabei möglicherweise auch Packstücke geöffnet werden müssen, gibt es zu den langen Wartezeiten auch noch unkalkulierbare Kosten. Deswegen geht Schucht davon aus, dass demnächst in der Luftfracht-Halle in Waldau richtig viel zu tun sein wird.

Foto: Alles im Blick. Wenn Peter Schucht die Luftfracht-Kisten im Röntgengerät durchleuchtet hat, kann er für die Sicherheit der Packstücke garantieren, die dann in Flugzeuge geladen werden dürfen.

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